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Xenium

Vom Event-Storming zum Big Picture Workshop

Change Management
Nicole Weidner
02.12.2025

Mit kreativen Workshop-Formaten wie Event-Storming und unserem Big Picture Workshop schaffen wir Klarheit in komplexen IT-Projekten – und bringen alle Beteiligten auf ein gemeinsames Bild.

Was ist Event Storming 

Event-Storming ist eine kollaborative Methode aus dem Domain-Driven Design, mit der wir Geschäftsprozesse und IT-Systeme gemeinsam mit allen relevanten Rollen analysieren. Im Mittelpunkt stehen die entscheidenden Ereignisse („Events“), die den Ablauf eines Prozesses prägen. Diese werden gesammelt, sichtbar gemacht und Schritt für Schritt zu einem ganzheitlichen Bild angeordnet.  

Das Ergebnis: Komplexe Abläufe werden transparent, Optimierungspotenziale treten klar hervor und alle Beteiligten entwickeln ein tiefes Verständnis für den Ist-Zustand. 

(Am Ende des Artikels kannst du dir ein kostenloses Poster zur Event-Storming-Übersicht herunterladen.) 

So läuft ein Event-Storming-Workshop ab 

Der Kern des Vorgehens ist einfach – und gerade deshalb so wirkungsvoll: 

  • Start mit den Events: Alle relevanten Domänenereignisse werden auf Post-Its gesammelt – ohne Bewertung, einfach in grober zeitlicher Reihenfolge. Dafür lohnt es sich eine große Modellierungsfläche vorzubereiten. 

  • Iteratives Ergänzen: Nach und nach kommen weitere Elemente wie Akteure, Regeln oder externe Systeme hinzu. 

  • Gemeinsames Strukturieren: Durch Sortieren und Diskutieren entsteht kollaborativ ein konsistenter Gesamtprozess. Widersprüche oder Lücken werden direkt adressiert. 

Unser Tipp: Eine möglichst diverse Gruppe, Raum für Diskussionen und eine gute Moderation sind entscheidend. Zum Aufarbeiten der Ergebnisse in ein weiter nutzbares Format sollte man sich Zeit einplanen. Bei großen Gruppen kann ein sehr umfangreiches Bild entstehen: 

Die Weiterentwicklung zum Big Picture Workshop 

Wir setzen Event-Storming häufig in leicht abgewandelter Form ein und sprechen dabei bewusst vom Big Picture Workshop. Im Kern bleibt die Methode gleich, jedoch liegt der Fokus stärker auf dem gemeinsamen Verständnis der aktuellen Situation sowie der Ableitung von Verbesserungen oder Zielbildern. 

Nachfolgend zwei Beispiele aus realen Projektsituationen: 

Beispiel 1: Analyse von Verzögerungen im SW-Entwicklungsprozess 

Ein Kunde wollte seinen Release-Prozess agiler gestalten. Im Workshop wurden die aktuellen Schritte visualisiert und Pain-Points identifiziert: Wo entstehen Verzögerungen? Welche Abhängigkeiten bremsen das Team? Die gemeinsam erarbeiteten Lösungen führten zu hoher Akzeptanz und einer schnellen Transformation.  

Beispiel 2: Ablösung eines Altsystems 

Eine gewachsene IT-Landschaft sollte durch eine moderne Lösung inkl. neuer App ersetzt werden. Im Workshop wurden bestehende System-Verflechtungen offengelegt und schlanke Zielprozesse entwickelt. Das Ergebnis: Nutzerfreundliche, wartungsarme Prozesse, die Komplexität und Aufwand deutlich reduzieren. Und eine App, die für ein völlig neues Nutzererlebnis sorgt. 

Fazit 

Event-Storming – oder in unserem Fall der Big Picture Workshop – ist vielseitig einsetzbar und lässt sich kreativ an die Anforderungen eines Projekts anpassen. Die Methode schafft Transparenz, fördert ein gemeinsames Verständnis und eignet sich besonders für große, gemischt zusammengesetzte Gruppen. Wichtig ist, genügend Raum für Diskussionen und ausreichende Zeit für die anschließende Aufbereitung einzuplanen. 

Nutze die Methode so, wie sie Dir am meisten hilft – sie ist ein Werkzeug, kein Dogma! 

Interesse an einer Übersicht zu den Grundlagen des Event-Stormings? Hier geht es zum Download ↗